Erfahrungsbericht Clusterkopfschmerz

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    Im Folgenden habe ich ein paar Informationen zusammen gestellt:

    Art der Kopfschmerzen:

    Es waren immer zeitlich begrenzte Kopfschmerzattacken von ca. 10 bis 45 minütiger Dauer, typischer Weise 30 Minuten. Es war ein stechender Schmerz der auf der rechten Kopfseite im Bereich der Schläfen und Nebenhöhlen auftrat. Der Schmerz strahlte aber z.T. auch bis in den Nackenbereich.

    Es waren mit Abstand die schlimmsten Kopfschmerzen die ich bisher erlebt habe. Auf einer Skala von 0 bis 10 würde ich sie definitiv bei einer 10 einordnen. Zum Vergleich würde ich Kopfschmerzen die nach erhöhten Alkoholkonsum auftreten bei einer 4 einordnen.

    Bei den heftigsten Attacken war ich komplett außer Gefecht gesetzt und habe mich meistens irgendwo verkrochen. Übelkeit ist jedoch nur sehr selten aufgetreten.

    Eine Attacke hatte i.d.R. eine sehr kurze Vorlaufphase von weniger als 5 Minuten, bis sich die volle Heftigkeit entfaltet hatte. Genau so plötzlich sind die Schmerzen dann aber auch wieder abgeklungen.

    Schmerzmittel habe ich nur selten genommen, da die mir verfügbaren Schmerzmittel (Aspirin) meist erst nach 30 Minuten ihre Wirkung entfalten und die Attacke dann bereits wieder abgeklungen war. Bei sehr heftigen und langen Attacken (45 Minuten) brachten sie außerdem keine wirkliche Linderung der Schmerzen.

    Die Heftigkeit der Anfälle hat zwar immer mal wieder etwas geschwankt, aber insgesamt im Laufe der Jahre kontinuierlich zugenommen. So traten Anfangs alle paar Tage kurze Attacken von rund 15 Minuten auf. Zum Ende hin wurden daraus jedoch nahezu tägliche oder auch mehrmals tägliche 30 bis 45 minütige Attacken.

    Trigger:

    Zu meiner Schulzeit konnte ich als Auslöser schulischen Stress ausmachen, da die Kopfschmerzattacken immer vor den „Hass“-Fächern auftraten. Später, während meines Studiums, hatte ich solche unliebsamen Fächer nicht mehr. Hier konnte ich keinen eindeutigen Trigger mehr identifizieren. Ich würde es aber dennoch auf Stress bzw. Sorgen (Versagensängste) zurück führen.

    Lösung:

    Nachdem mir mein Hausarzt von einer Untersuchung, aufgrund der hohen Belastung beim Röntgen des Kopfes, abgeraten hatte, habe ich die Schmerzen zunächst viele Jahre akzeptiert.

    Eher zufällig habe ich einen HNO-Arzt auf mein Problem angesprochen, da die Schmerzen immer unerträglicher wurden. Dieser hat dann gezielt die Nasennebenhöhlen geröntgt. Dabei wurde ein wuchernder Polyp erkannt, welcher mir in einer kleinen OP entfernt wurde. Seit diesem Eingriff bin ich quasi beschwerdefrei.

    Allerdings bin ich mir nicht 100 prozentig sicher, ob dies der einzige Auslöser war. Ca. zwei Jahre später hatte ich nämlich nochmal einen Rückfall. Ich hatte gerade meine Abschlussarbeit in einer Firma begonnen (fremde Stadt und neues Umfeld sowie unbekanntes Thema mit entsprechenden fachlichen Defiziten).  Plötzlich traten wieder Kopfschmerzattacken auf. Ich habe daraufhin einen Arzt kontaktiert. Es wurde ein CT vom Kopf erstellt und ich habe mir ein starkes Schmerzmittel verschreiben lassen. Das CT war jedoch ohne Befund. Und das Schmerzmittel habe ich nie benötigt, da seit diesem Zeitpunkt keine Attacken mehr aufgetreten sind.

    Vereinzelt tritt zwar noch ein leichtes Ziehen in den beschriebenen Kopfarealen auf, was aber kein Vergleich zu den damaligen Kopfschmerzattacken ist. Hier habe ich den Eindruck, dass dies insbesondere im Winter bei kalter und sehr trockener Luft auftritt. Dies spräche daher wieder für die Nasennebenhöhlen.

    Abgesehen von einem kurzen ca. dreiwöchigen Rückfall, bin ich also seit der Entfernung des wuchernden Polypen quasi beschwerdefrei. Ich denke daher das es eine Mischung aus dem wuchernden Polypen und psychischen Faktoren war.

    Ich hoffe, dass ich nie mehr unter diesen Schmerzen leiden muss, da sie einem das ganze Leben vermiesen können. Ich hoffe außerdem, dass ich Ihnen mit diesen Informationen bei Ihrer Forschung weiter helfen kann. es wäre schön, wenn es anderen Betroffenen weiter helfen würde.

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